Warum Frauen und Fußball schon immer zusammengehören

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Foto: Stephan Lienhard

„Fußball ist ein Abbild der Gesellschaft“, wird oft gesagt und das stimmt bisweilen sogar. Wenn wir davon ausgehen, dass wir in einer sexistischen Gesellschaft leben – und das tue ich –, dann ist Sexismus etwas, womit sich alle Beteiligten im Fußball auseinandersetzen müssen. Da hilft es nicht, zu behaupten, dass der Sport an sich unpolitisch sei und man ihn mit einem solchen Thema nicht belasten dürfe. Schließlich geht es nicht darum, eine bestimmte politische Agenda durchzubringen, sondern vielmehr um das grundsätzliche Recht auf Teilhabe. Oder anders ausgedrückt: Dass alle den Sport, auf den sie Bock haben, betreiben, feiern oder von mir aus auch kritisieren dürfen und anschließend nicht wegen ihres Geschlechts dafür beurteilt oder gar beschimpft werden.

Wir befinden uns im Jahr 2019 und da ist das ja wohl kein Problem mehr? Schön wär‘s! Beispiel gefällig? Europameisterschaft der Männer 2016, das ZDF setzt bei zwei Partien auf Claudia Neumann als Kommentatorin. Die Folge: ein Sturm an sexistischen Beschimpfungen in den sogenannten Sozialen Netzwerken. Immerhin, das ZDF stellte sich entschieden vor seine Mitarbeiterin. Anderes Beispiel: Bibiana Steinhaus. Seit 2017 leitet die Schiedsrichterin als erste Frau Bundesligaspiele der Männer. In Interviews muss sie sich immer wieder fragen lassen, wie das denn sei „als Frau im Fußball“. Unabhängig davon, dass sie kaum für 3,5 Milliarden Geschlechtsgenossinnen sprechen kann, wäre die vernünftigere Frage doch, warum sie immer noch die Einzige ist. Sonst sollte sie einfach als das behandelt werden, was sie ist – als Weltklassereferee.

Lottes Erbinnen

Frauen und Fußball – das gehörte natürlich schon immer zusammen: Schon aus dem Jahr 1881 sind in England Frauenfußballspiele verzeichnet. In Deutschland kann man immerhin schon 1922 erste organisierte Spiele von Frauen bei Hochschulmeisterschaften belegen. Genauso früh begegneten die Frauen aber auch Widerständen und strukturellen Ausschlüssen. Viele Vereine wollten Frauen nicht aufnehmen, sodass diese gezwungen waren, eigene Vereine zu gründen. So entstand zum Beispiel in Frankfurt am Main der 1. Deutsche Damen Fußballclub unter der Ägide der Pionierin Lotte Specht. 1955 beschloss der Bundestag des Deutschen Fußballbundes (DFB) Fußball unter dem Dach des Verbandes ganz zu verbieten. Fortan durften Vereine, die eine Frauenfußballabteilung unterhielten, nicht mehr Mitglied des DFB sein.

Dieses Verbot hielt bis 1970, da hob der Deutsche Fußball-Bund es unter Vorbehalt auf. Die Frauen ließen sich aber ohnehin nie vom Fußballspielen abhalten. Schon 1956 hatte ein inoffizielles Länderspiel einer deutschen Frauenschaft gegen die Niederlande stattgefunden. Auf das erste offizielle Länderspiel mussten sie bis 1982 warten, 5:1 siegten sie gegen die Schweizerinnen. Ein endscheidender Schritt aus dem Schatten heraus gelang den deutschen Frauenfußballerinnen durch den Sieg bei der Europameisterschaft 1989 im eigenen Land. Im Anschluss erhielten die Spielerinnen als „Prämie“ ein inzwischen schon legendär gewordenes Kaffeeservice, das seither als Sinnbild für das Fehlverhalten von Offiziellen gegenüber dem Frauenfußball herhalten muss.

Hoch die anti-sexistische Solidarität!

Und heute? Erleben Frauen, die in irgendeiner Form im Fußball unterwegs sind, noch Benachteiligung oder Diskriminierung? Nach allem, was ich lese und höre, werden Frauen in nahezu allen Bereichen des Fußballs bisweilen immer noch als Fremdkörper wahrgenommen. Als Mann empfehle ich eins: Solidarität. Denn auch wenn das dem weitverbreiteten männlichen Dominanzbedürfnis widerstrebt: Männer werden das Problem mit dem Sexismus, selbst wenn sie wollten, nicht allein lösen. Aber sie können ihren Beitrag leisten und dann versuchen zurückzutreten, ohne die Lorbeeren für irgendwas einheimsen zu wollen.

Es lohnt sich hingegen, die Frauen zu unterstützen, die bereits zahlreich da sind und sich engagieren: Seit einigen Jahren gibt es das Netzwerk „F_in Frauen im Fußball“, das Forschung über sexualisierte Gewalt im Fußball betreibt. Oder es gibt „Discover Football“, die sich für Frauenrechte weltweit einsetzen und dafür 2017 den Julius-Hirsch-Preis des DFB erhielten. Oder den Podcast „FRÜF“, ein Akronym für „Frauen reden über Fußball“, wo genau das sehr spannend getan wird.

Frauenfußball? Schaue ich mir gerne an!

In diesem Sommer ist übrigens Weltmeisterschaft: Fußball-WM der Frauen in Frankreich! Wer sich damit beschäftigt, wird sehen, dass woanders auch nicht alles rosig ist, aber es doch zumindest spannende Ansätze gibt, Dinge anders zu machen. In England haben sie sich zur Kaderpräsentation etwas Besonderes einfallen lassen: In einem Video bei Twitter lasen 23 Prominente die 23 Namen der Spielerinnen des WM-Kaders vor, darunter Prince William oder David Beckham. Eine starke Aktion, die den Spielerinnen den Rücken stärkt!

Ein guter Anfang wäre es, sich zu informieren. In meinem Umfeld gibt es viele Männer, die jeden Kick von Männern verfolgen, aber nicht wissen, gegen wen das deutsche Frauennationalteam in der Vorrunde bei der WM spielt, geschweige denn fünf Nationalspielerinnen aufzählen können. Wer das schon von sich behaupten kann, darf den nächsten Schritt gehen: Einschreiten gegen sexistische Kommentare! Wenn beim Mittagessen im Büro mal wieder ein Kollege behauptet „Frauenfußball ist einfach nicht so athletisch und attraktiv!“, können Sie mit ihrem neu gewonnen Fachwissen glänzen und sagen: „Ich finde es gut, dass die Netto-Spielzeit bei den Frauen viel höher ist, weil dort durchschnittlich weniger gefoult und lamentiert wird. Das schaue ich mir gerne an!“

 

Noch mehr Infos zum Thema Fußball von und mit Frauen?

 

Dieser Text ist zuerst erschienen unter vorwärts.de und wurde für die Veröffentlichung hier leicht bearbeitet.

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Warum ich kein Fußball-Fan mehr sein kann

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Ich war Fußballspieler, Fußballtrainer, Fußballaktivist, aber vor allem war ich immer eins: Fußballfan. Ich finde kaum etwas so spannend wie diesen Sport. Und trotzdem kann ich mich inzwischen kaum noch für ihn begeistern.

Sebastian Deisler hat mein Leben verändert. Das mag hochtrabend klingen, aber tatsächlich fing mit diesem außerordentlich talentierten Jungen, der damals im Mittelfeld von Hertha BSC Berlin wirbelte, alles an. Ihm verdanke ich mein Dasein als Fußballfan. Plötzlich war die Bundesligakonferenz nicht mehr nur irgendeine Sendung im Radio, sondern mit der Frage verbunden „Wird es ein erfolgreiches Wochenende für meinen Verein?“. Spätestens als ich am darauf folgenden Weihnachtsfest ein Trikot geschenkt bekam, war ich dem Fußball im Allgemeinen und dem blau-weißen Verein aus Berlin im Speziellen endgültig verfallen.

Was folgte, waren die goldenen Jahre meines Fantums, denn es waren die naivsten. Die Spieler – in dieser Zeit schaute ich ausschließlich Männerfußball – schienen für mich unerreichbar, Götter in kurzen Hosen. Ich hatte keine Ahnung, was der Unterschied zwischen Dreier- und Viererkette ist, aber ich liebte die Spannung und die Freude am Spiel.

Diese Zeiten sind leider vorbei. Heute bin ich in einem Alter, in dem ein aktiver Fußballer durchaus in der Kategorie „Routinier“ einsortiert wird. Noch immer beschäftige ich mich viel mit Fußball, aber etwas ist anders. Die Naivität ist verloren gegangen. Das hat viel mit eben dieser Beschäftigung zu tun. Ich lese Zeitschriften, Fachbücher oder Blogs und kann nicht mehr die Augen verschließen vor der Schattenseite des „Big Business“ Fußball.

„Ich hatte keine Ahnung, was der Unterschied zwischen Dreier- und Viererkette ist, aber ich liebte die Spannung und die Freude am Spiel.“

Nicht erst seit den Enthüllungen aus den sogenannten „Football Leaks“-Dateien sollte klar sein, dass es vielen nur noch darum geht, möglichst schnell viel Geld zu verdienen, auch noch den letzten Euro aus der Vermarktung junger Spieler herauszupressen und viele Vereine genauso wie Berater nicht vor windigen Geschäften zurückschrecken. Der Transfer des Brasilianers Neymar für 222 Millionen Euro zum neureichen französischen Club Paris St. Germain ist da nur die Spitze des Eisbergs. Auch in der deutschen Bundesliga werden inzwischen selbst für durchschnittliche Profis wie selbstverständlich zweistellige Millionenbeträge auf den Tisch gelegt. Dieses Geld muss irgendwo erwirtschaftet werden.

Eintrittskarten für ein Bundesligaspiel der Männer kosten gerne mal 30 Euro und mehr. Wer die Spiele lieber live im Fernsehen verfolgen möchte, braucht dafür mindestens zwei bezahlte Fernsehabos, ab 2020 wahrscheinlich noch mehr. Und ein Trikot, wie ich es als Siebenjähriger zu Weihnachten bekam, kostet heute im Fanshop von Hertha BSC rund 70 Euro. Viele Eltern können sich das nicht leisten. Ob mein Weg als Fan heute genauso verlaufen könnte, scheint mindestens fraglich.

Gleichzeitig perfektionieren die großen Vereine ihre Strategien immer weiter, um möglichst viele Kund*innen – denn das sind Fans in dieser Logik nur noch – anzusprechen. Dazu gehören eine permanente, mediale Präsenz genauso wie die vollendete Inszenierung der Spieler als Popstars. Das führt dazu, dass Kinder sich plötzlich für Manchester United oder Juventus Turin begeistern, weil dort Paul Pogba oder Christiano Ronaldo ihr Geld verdienen. Mit einem schüchternen Dribbler wie Sebastian Deisler ließe sich niemand mehr locken.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Das ist kein Genörgel á la „Früher war alles besser!“. Ich trete nicht für eine Wiedereinführung des flächendeckenden Amateurtums ein. Mir ist klar, dass wir in einer kapitalistischen Welt leben und Geld eben doch Tore schießt. Genauso wenig halte ich ein Plädoyer gegen extravagante Profis mit ihren außergewöhnlichen Frisuren und ihren bunten Schuhen, die gerne als Untergang der Fußballkultur dargestellt werden. Sie sind ein Symptom, nicht die Ursache, denn wer auffällt, verkauft sich gut. So werden einzelne Spieler heute zu Marken, um die herum oft ganze Imperien von Firmen und Vermarktungsstrategien entworfen werden. Reichlich paradox bei einem Sport, der erfahrungsgemäß nur mit einer Mannschaft zu gewinnen ist.

Was also tun als Fußballbegeisterte*r? Für den Anfang lohnt es sich nach einem Verein in der direkten Umgebung zu suchen. Oft bietet der Sportplatz im Stadtteil oder im eigenen Ort genau die Kulisse, die Fußball genießbar macht. Die Eintritt kostet nur wenige Euros, die Wurst ist auch günstig und mit beidem unterstützen sie wahrscheinlich einen Verein, der es dringend nötig hat. Übrigens spielen Frauen genauso gut Fußball und freuen sich über jede*n Zuschauer*in. Ach und wenn sie sowieso hingehen, dann nehmen sie doch einen jungen Menschen mit – Tochter, Sohn, Neffe, Nicht, Nachbarskind. Vielleicht entdeckt der bei dieser Gelegenheit ja den nächsten Sebastian Deisler.

Dieser Text erschien zuerst auf dem Blog des vor Vorwärts.

Warum wir über Fußball reden müssen

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Bildquelle: Pixabay

Es war ein ereignisreicher Fußballsommer! Was, interessiert Dich nicht? Wirklich nicht? Was im erweiterten Kontext des Fußballs passiert, ist gerade aus pro-feministischer und anti-rassistischer Perspektive ziemlich spannend.

Taktik, Tore und Triumphe. Medial wurde im letzten Sommer natürlich mal wieder alles durch die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer überstrahlt. Das konkrete Ergebnis des größten Sportereignis des Planeten sei an dieser Stelle mal vernachlässigt, das sollen andere Menschen beurteilen. Aber was bleibt darüber hinaus im kollektiven Bewusstsein übrig — von dieser Veranstaltung, die wochenlang die Berichterstattung dominierte?

Zunächst war da die Angst vor homo- oder trans*phoben Übergriffen auf Fans, die zur WM nach Russland reisen würde. Organisationen wie „Fußballfans gegen Homophobie“ wiesen im Vorfeld immer wieder auf die Gefahr von Gewalttaten hin, während FIFA und DFB-Funktionäre sich redlich bemühten, solcherlei Sorgen zu zerstreuen. Während der Weltmeisterschaft zeigten die meisten Medien dann, wenn sie überhaupt Bilder außerhalb der Stadien sendeten, harmlose Szenen mit fröhlich jubelnden Menschen, die friedlich miteinander feiern. Also alles nur halb so schlimm? Eher nicht. Die ansonsten extrem LGBTI-feindliche, russische Gesetzgebung ist nur in wenigen Fällen zur Anwendung gekommen, da die Behörden wussten, dass sie unter besonderer Beobachtung während des Weltcups stehen und sich höchstens einen schlechten Leumund einhandeln würden. Eine Protestaktion, die während der WM über die sozialen Medien Verbreitung fand, macht aber deutlich, dass es weiterhin viel Kreativität braucht, um öffentlich Flagge zu zeigen für Menschenrechte und gegen Diskriminierung.

Nur weil es nun doch nicht so schlimm gekommen ist wie im Vorfeld befürchtet, heißt  das aber nicht, dass alles gut ist. Es ist davon auszugehen, dass viele Fans aus Angst vor Diskriminierung gar nicht erst die Reise nach Russland angetreten haben. Gleichzeitig verweigert die russische Polizei jede Auskunft über Gewalt gegen LGBTI im Zusammenhang mit dieser WM. Daher muss man sich an die Berichterstattung aus den Stadien halten, in denen die FIFA das Hoheitsrecht besitzt. Tatsächlich wurden einzelne Verbände bestraft, weil Anhänger*innen durch diskriminierendes Verhalten auffällig wurden. Interessant sind an dieser Stelle aber die Größenverhältnisse: So wurde der mexikanische Verband für homophobe Äußerungen seiner Fans im Spiel gegen Deutschland mit einer Strafe von 8.600 € belegt. Gleichzeitig bekam der Verband Englands eine Strafe von satten 60.000 € aufgebrummt, nachdem zwei seiner Spieler ganz dreist Socken eines nicht-autorisierten Ausrüsters getragen hatten. Hieran kann man gut sehen, wo die Herren der FIFA ihre Prioritäten setzen.

War noch was? Ach ja, fast schon wieder vergessen: ZDF-Reporterin Claudia Neumann kommentierte ein Männerfußballspiel. Und der Mob tobte. Immerhin stellte sich Neumanns Arbeitgeber hinter sie und zeigte sich mit ihr solidarisch. Doch die „Debatte“ um eine (!!) Kommentatorin im Jahr 2018 illustriert die ganz normale Abwesenheit von Frauen* bei diesem Fußballgroßereignis. Egal ob sogenannte Experten, Trainer oder Funktionäre — vermeintlich verantwortungsvolle Positionen werden durchweg von Männern* besetzt.

Und dann wäre da noch der rassistische Diskurs um das Verhalten von Mesut Özil und İlkay Gündoğan, die ein Foto mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan gemacht hatten. Der Social-Media-Mob tobte, längst überholt geglaubte Debatten über nationalstaatliche Loyalität und Zugehörigkeit wurden plötzlich geführt. Nach dem frühen Ausscheiden der DFB-Mannschaft in der Vorrunde waren selbst Verantwortliche des Verbandes sich nicht zu doof dafür, in diesen Tenor einzustimmen.

Die Rolle von Mesut Özil ist ohnehin besonders, denn der war vielen Fußballfans schon lange suspekt. Zu lässig tänzelte er ihrer Ansicht nach über den Platz, zu künstlerisch (und damit unmännlich) wirkte der zierliche Spielmacher in seinem Spiel. In einem Land, in dem viele Fußball immer noch in erster Linie mit Kampf in Verbindung bringen, sorgte das für einiges Zähneknirschen. Mehr noch wird der Fußballnationalspieler — die Betonung liegt auf „national“ — als Ersatzkämpfer für die Ehre der Nation begriffen, gewissermaßen als „Soldat in kurzen Hosen“. Nach dem Foto mit Erdoğan war es daher nicht nur klar, dass die Boulevardmedien über Özil herfallen würden. Vielmehr findet durch die fortwährende Diffamierung Özils ein Ausschluss statt, der von rechten und nationalistischen Kräften schon lange herbeigesehnt wird: Es haben gefälligst weiße, starke Spieler zu sein, die Titel für Deutschland gewinnen!

Dieser Mechanismus wurde bereits in den rassistischen Äußerungen von Alexander Gauland über Jerome Boateng deutlich, als der AfD-Vorsitzende behauptete, dass die meisten Menschen den Spieler von Bayern München bestimmt nicht zum Nachbarn haben wollten. Unabhängig vom Blödsinn dieser Aussage taugt sie auch deshalb nur begrenzt zur Diskreditierung des Spielers, weil Boateng als hochgewachsener, kräftiger Verteidiger dem soldatischen Ideal von Männlichkeit viel mehr entspricht als Özil es tut. Es gibt in dieser Rassifizierung also noch eine zusätzliche Differenzlinie, die Personen anhand ihrer Männlichkeit (aus-)sortiert.

Können wir dann jetzt einfach dazu übergehen, Fußball begründet doof zu finden? So einfach sollten wir es uns nicht machen. Vielmehr sollten wir verstehen, dass Fußball gesellschaftliches Leben widerspiegelt und aber auch beeinflusst. Damit sollten wir uns auseinandersetzen. Nur so kann Veränderung herbeigeführt werden. Ein möglicher Weg zu mehr Vielfalt könnte es zum Beispiel sein, sich stärker auf marginalisierte Gruppen innerhalb des Fußballs zu konzentrieren und so Solidarität zu praktizieren. Im Sommer 2018 fand in Frankreich zum Beispiel auch eine Weltmeisterschaft der unter 20-jährigen Frauen* statt. Irgendwas davon gehört? Und wahrscheinlich liegt auch da ein Teil des Problems.

[Anmerkung: Dieser Beitrag erschien zuerst auf dem Blog Feminiwas und wurde für die Veröffentlichung hier angepasst.]

Wer sich für die Ereignisse neben der Fußballplatz bei der vergangenen WM interessiert, sei der Blog der Jungle World empfohlen: https://jungle.world/blogs/jungle-wm-world